Lahna

Die Auswertung des Fragebogens zur Kirche in Lahna von Pfarrer Otte:

Teil 1
In heute üblicher Schrift:

R.B. Königsberg.- Kr. Neidenburg
Lahna
polnisch Lini, nach Goldbeck(a.a.O. S.95) ein adliches
Dorf, welches sich um 1780 im Besitze des Grafen Czayki,
des Capitains v. Oelsnitz und mehreren bürgerlichen
Einsassen befand. Nach G. König’s alphabet. Verzeichniß
der Ortschaften des Reg.Bez. Königsberg (Magdeb. 1835)
S. 46 war die Gerichtsbarkeit eine zwischen dem Staate
und den Besitzern getheilte.

Teil 2

A. Die evangelische Mutterkirche königl.
Patronats, ursprünglich ein Holzbau, welchem der
Einsturz drohte, so daß im J. 1771 der Neubau
des jetzigen, größtenteils aus Feldsteinen
bestehenden, viereckigen Gebäudes von 66×32 Fuß
Grundfläche und 17 Fuß Höhe der Mauern, erfor-
derlich wurde. Der Turm ist mit dem Inneren
der Kirche verbunden; die Fenster sind viereckig.
Die Bohlendecke der Kirche ist wie die Wände
geweißt; das Dach mit Pfannen gedeckt.
Altar und Kanzel bilden ein Ganzes. –
Zwei Glocken. – Ein Positiv. – Das
Kirchensiegel mit der Darstellung einer
Kirche.

Der Altar um 1680 ist eine volkstümliche Schnitzarbeit mit gewundenen Säulen und Ohrmuschelzierwerk. Die Inschrift 1771 bezieht sich wohl auf eine Restaurierung oder Neubemalung *).

Kirche

Die Kirche mit der Sakristei im Südosten

Kirchensiegel

Das Kirchensiegel

Die Kirche wurde Ende des 19. Jahrhunderts renoviert und am 10. August 1898 neu geweiht. An diesem Tag fand in Lahna auch eine Generalkirchenvisitation statt und hohe Kirchenvertreter waren anwesend. Der Generalsuperintendent Braun aus Königsberg gab in seiner Weiherede seiner Freude über das gelungene Werk Ausdruck.

Kircheninneres

Kircheninneres

Der ehemalige Neidenburger Superintendent Kurt Stern beschreibt in seinem Aufsatz „Generalkirchenvisitation und Kirchweihe in Lahna 1898“ (HB Nr. 49 Sommer 1969, S. 12 ff.) das Kircheninnere mit folgenden Worten:
„Was den Eintretenden am meisten auffiel? War es der in warmem Braun gehaltene Fußbodenbelag, der das Rot der Ziegel im Altarraum und in den Gängen so angenehm verdeckte? War es der goldene Sternhimmel, der dem früher so kahlen und weiß gestrichenen Deckengewölbe ein so feierliches Aussehen verlieh? War es der Anstrich der Seitenwände, der sich dem Braun des Gestühls, der Pfeiler und Empore so glücklich anpaßte? Waren es Altar und Kanzel, die eine neue Vergoldung erhalten hatten? Waren es die bunten Fenster an der Altarwand, welche die Geburt und die Himmelfahrt Christi, sowie den Kopf des Dornengekrönten zur Darstellung gebracht haben? Ich vermag es nicht zu zu sagen. Nur das weiß ich, daß die alte Kirche zu Lahna nach ihrer Renovation durch viele Jahre zu den schönsten evangelischen Kirchen des Kreises Neidenburg gehört hat.“

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*) Dehio – Handbuch der Kunstdenkmäler West- und Ostpreußen – Berlin 1993, S. 346 ff