Niederhof

Niederhof hatte keine eigene Kirche, es gehörte zum Kirchspiel Soldau. Pfarrer Otte schrieb aufgrund der Angaben im Fragebogen zu Niederhof folgendes:
ZusammenfassungIn heute üblicher Schrift:

R.B. Königsberg -Kr. Neidenburg
Niederhof
königl. Vorwerk bei Schloß Soldau, jetzt im Besitze
des Rittmeisters v. d. Wulffen gen. Küchmeister
v. Sternberg. Vgl. Soldau B.1
Unweit der Grenze des Stadtge-
bietes von Soldau auf der Feldmark
existiert eine s.g. Schwedenschanze
(ein Steinhügel), welche dadurch
eine patriotische Berühmtheit er-
langt hat, daß daselbst im J. 1813 der
Landsturm durch den Landrath von
Berg vereidigt wurde.

Anmerkungen:
Rittmeister Heinrich von Wulffen, Gutsherr auf Niederhof, heiratete am am 9. August 1830 die Letzte ihres Geschlechts, Luise Gräfin Küchmeister von Sternberg und nannte sich danach von Wulffen genannt Küchmeister von Sternberg. Im Jahre 1855 wurde das Gut von Bernhard Franckenstein erworben und blieb im Besitz der Familie bis zur Flucht im Jahre 1945.

Gutshaus

Gutshaus Niederhof

Im Jahre 1885 entdeckte man auf dem Franckensteinschen Gut beim Anlegen von Kartoffelmieten Topfscherben und andere Gegenstände aus längst vergangenen Zeiten. Im Jahre 1901 wurde dann das Gräberfeld in Niederhof genauer untersucht *). Es wurden eine große Menge Tierknochen, verzierte Topfscherben und Klumpen gebrannten Lehms gefunden. Man war auf Reste einer mittelalterlichen Ansiedlung gestoßen. Unterhalb dieser Überreste der mittelalterlichen Ansiedlung wurden Urnengräber gefunden, die wesentlich älter waren. Die mittelalterliche Ansiedlung hatte also die Stelle eines beträchtlich älteren Gräberfeldes eingenommen, das der späten Latènezeit (150 v. Chr. bis um Christi Geburt) zugeordnet wurde.
Reste einer anderen mittelalterlichen Ansiedlung befinden sich 4 Kilometer weiter flußabwärts im Tal der Skottau, 1 ½ Kilometer südlich des Gutshofes. Ihr ist vorgelagert ein kleiner Rundwall (im Volksmund auch „Schwedenschanze“ genannt, s. Gardienen), auf dessen 36 Schritt im Durchmesser betragender Krone eine ca. 2 m tiefe trichterförmige Grube liegt. Er ist auf der Generalstabskarte als „Heidenschanze“ eingetragen.

Karte

Ausschnitt aus der Generalstabskarte (um 1900)

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*) A. Brinkmann, „Gräberfeld in Niederhof“ in Prussia 22 (1909) S. 267 ff.